Vor dem ersten Tropfen prüfen wir Kanten, Schatten, Geruch und Böden im Inneren. Ein unscheinbarer Probelappen zeigt, ob Farbe abfärbt, Wachs vorhanden ist oder das Holz durstig klingt. Wir fotografieren Nahaufnahmen, markieren Verdachtsstellen, dokumentieren Gerüche und legen weiche Unterlagen unter Werkzeuge, damit keine neuen Spuren entstehen oder alte Risse aufbrechen.
Wir lösen alte Schichten aus Staub und Fett in langsamen Kreisen, ohne Druck. Das Wasser wird rechtzeitig gewechselt, damit Schmutz nicht zurückkehrt. Kleine Holzspäne werden abgefangen, nicht eingerieben. Zwischenstände dokumentieren wir, vergleichen Reflexe, entscheiden erst dann über einen Hauch Öl oder eine dünne Wachsschicht und stoppen, sobald die Oberfläche zufrieden aussieht.
Nach dem Trocknen wird sparsam gewachst, überschüssiges Material aus Fugen entfernt und mit einem alten Baumwollshirt poliert, bis ein leiser Seidenglanz erscheint. Wir warten geduldig, prüfen bei seitlichem Licht und lassen das Möbel den Zeitpunkt vorgeben. Kleine Gerüche verschwinden, Schubladen gleiten sanfter, und Erinnerungen bleiben fühlbar, nicht nur sichtbar.
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